Humanistische Nachmittage

Die Humanistische Akademie Niedersachsen bietet in unregelmäßigen Abständen an Sonnabendnachmittagen für Mitglieder und Interessierte zentrale Diskussionsforen an. Vortrag, Gruppenarbeit und Diskussion sind zu folgenden Themen geplant:

  1. „Jenseits von Gut und Böse“* - Was ist humanistische Moral?
     
  2. Zwischen Weltanschauung und Wissenschaft – Welchen Humanismus wollen die Humanisten?
     
  3. Überzeugen, überreden, beeinflussen – wie funktioniert logisches und psychologisches Argumentieren und Manipulieren?

Weitere Themen sind in Vorbereitung.

Anmeldung bitte an: info@humanistische-akademie-niedersachsen.de 

Ort: Haus Humanitas, Otto-Brenner-Straße, Hannover
Termine: siehe unten.
Uhrzeit: jeweils von 15.00 bis 18.00 Uhr
Teilnahme kostenfrei


„Jenseits von Gut und Böse“ - Was ist humanistische Moral?

Samstag, 30. Oktober 2010 von 15:00 bis 18:00 Uhr, in Hannover, Haus Humanitas.

Nach Klärung grundlegender Fragen (Was ist Moral? Woher kommt die Moral? Wie wird sie begründet und gesichert?) und wichtiger Begriffe (Moral und Ethik, deskriptive Ethik, normative Ethik, Metaethik; normative Entwürfe wie deontologische, konsequentialistische Ethik, Diskursethik) soll zum einen der „tote Winkel“ der Moralphilosophie beleuchtet werden. Zum anderen soll in der Analyse und Diskussion aktueller moralischer Probleme die spezielle humanistische Sicht deutlich werden.

Mit dem „toten Winkel“ ist die noch immer vorherrschende naturwissenschaftliche Unterbelichtung moralischer Fragen gemeint. Wenn man wissen will, warum trotz geistreicher philosophischer Begründung moralischer Normen diese nicht eingehalten werden, muss man die Natur menschlichen Verhaltens psychologisch wie evolutionsbiologisch in den Blick nehmen.

Auch in der Diskussion moralischer Konflikte wird sich zeigen, dass bei der Aufstellung moralischer Normen sowie der Bewertung moralischen Handelns die empirische Ermittlung und Berücksichtigung menschlicher Bedürfnisse für befriedigende Lösungen unumgänglich ist.


Humanistische Moral im Alltag

Samstag, 27. November 2010 von 15:00 bis 18:00 Uhr, in Hannover, Haus Humanitas.

Nach den Grundlagen zu Ethik und Moral und ihrem Bezug zum Humanismus am 1. Nachmittag wird sich der 2. Humanistische Nachmittag mit der Thematik „Humanistische Moral im Alltag“ beschäftigen. P. Reichl, Vizepräsident der Akademie und Lehrender für Philosophie, hat dazu zahlreiche „moralische Problemfälle“ zusammengestellt. Diese Fallbeispiele sollen im Zusammenhang mit der humanistischen Lebensauffassung auf ihre moralischen Begründungen hin diskutiert werden.

Die engagierte und rege Mitarbeit am Oktobertreffen verspricht eine ebenso intensive Diskussion an solchen konkreten Fällen, die uns im alltäglichen Lebens immer wieder begegnen und jeden einzelnen Menschen in ihrer moralischen Tiefe und Tragweite belasten können. Für Menschen, die in freier Selbstverantwortung leben und keine Entscheidung in die vermeintliche Verantwortung eines übergeordneten übersinnlichen Wesens abgeben, stellen sich solche Anforderungen zu moralischen Entscheidungen in besonderer Weise.

 


Zwischen Weltanschauung und Wissenschaft – Welchen Humanismus wollen die Humanisten?

Termin noch offen

Nach Erläuterung einschlägiger grundlegender Begriffe (wie Weltanschauung, Religion, Wissenschaft, Agnostizismus, Atheismus, Naturalismus, Relativismus) sollen unterschiedliche Vorstellungen von Humanismus (z.B.  evolutionärer, bürgerrechtlicher, weltanschaulicher Humanismus) und Formen seines Auftretens (z.B. vom „Kuschelatheismus“ zum „Krawallatheismus“) vorgestellt und diskutiert werden. Dabei hilft auch ein Blick auf die rechtlichen Grundlagen und Ergebnisse der Rechtssprechung.

Welches sind die inhaltlichen und methodischen Prinzipien eines modernen Humanismus?

An Beispielen (z.B. Klimawandel, „Neiddebatte“ und Sozialstaatsgebot, Kinderarmut, Moral und Menschenwürde (Zwei-Klassen-Gesellschaft), Umgang mit Tieren usw.) sollen diese Prinzipien verdeutlicht und diskutiert werden. Hieraus ergeben sich u.a. humanistische Forderungen, wie den Herausforderungen der Gegenwart begegnet werden sollte.


Überzeugen, überreden, beeinflussen – wie funktioniert logisches und psychologisches Argumentieren und Manipulieren?

Termin noch offen

Fehlerhafte und problematische wie auch akzeptable Strategien beim Versuch andere von einer Auffassung zu überzeugen sollen vorgestellt und erarbeitet werden. Zum einen auf der Verstandesebene (z.B. Autoritätsbeweise, schiefe Ebene, Traditionsappelle, falsches Dilemma, falsche Analogien, Beweislastverteilung, „danach, also deswegen",  „es bleibt immer etwas hängen“,  „Nazikeule“, unzulässige Verallgemeinerungen, zirkuläre Argumentation, mit dem Nicht-Wissen argumentieren, spezielle religiöse Argumentationen usw.) als auch auf der psychologischen Ebene (z.B. Appell ans Mitgefühl, Appell an die Eitelkeit, In-Frage-Stellen, Niveaubestreitung usw.).

Dabei werden wichtige Grundbegriffe wie Argument, Appell, Ich-Botschaft, Allgemeinplatz, Tautologie, Behauptung, Begründung, Scheinbegründung, stichhaltige Begründung, Erklärung, Rechtfertigung usw. unterschieden.

Zu den Überzeugungsstrategien zählen auch die subtilen Waffen der „zwanglosen“ Einflussnahme, die unsere evolutionär erworbenen Haltungen und Bedürfnisse ausnutzen (Stichworte: Reziprozität oder Vergeltung, Festlegung und Konsequenz, soziale Bewährtheit, Sympathie und „Gemocht werden wollen“, Autorität, Knappheit, Bahnung).